Früher war alles besser(?)!

  • Das interessiert mich mal wirklich. Egal wo man sich Wrestling ansieht, oder drüber geredet wird, gibt es einige Kommentare des Typs:


    "In der WWF war eh alles besser!"

    "Ich weiß wirklich nicht, warum ich mir das noch antue!"

    "Scheiß' Kiddies, machen Wrestling kaputt!"

    Jetzt meine Frage, oder eher Fragen:
    Was ist eure Meinung, war früher alles besser?

    Und was haltet ihr von solchen Kommentaren?

    Kann man die beiden "Zeiten" überhaupt vergleichen?


    Mein Fehler, falls es das Topic schon gibt, darf gutherzig gelöscht werden. :)

  • Also ob da alles besser war hmmm ich fand es gut das es alles noch extremer war, was jetzt noch ist, ist ja nur noch gequatsche die ganze Zeit und ein paar Matches die gut sind das wars. Der Rest naja geht.


    Achja die Superstars die es in der heutigen Zeit gibt sind gar nicht so schlecht bspw. Dolph Ziggler oder Sheamus....
    Aber das meiste ist wie schon im Zitat nur noch Kindergarten :S


    Ob man diese beiden Eras vergleichen kann, ich denke jede Era war nun mal anders und speziell sie zu vergleichen da müsste ich ja sonstwas für einen Text schreiben worauf ich jetzt keine lust habe sry :D


    Um zu dem Kommentar zu kommen naklar kann man sowas schreiben denn das is den seine Meinung zwar find ich es etwas sinnlos wenn er alles so scheiße findet er es sich noch anschaut aber everbodys own choice.

  • Meine hauptsächliche Meinung ist dazu eigentlich ganz bösartig und salopp: Wer meint "früher war alles besser, vor allem in der WWF" hat entweder damals gar nicht das Produkt verfolgt oder erinnert sich nicht wirklich dran.
    Vergleichen kann man Wrestling von 2012 mit 1999 oder 1982 sowieso nicht wirklich. Denn sowohl Wrestling als auch die TV Landschaft bis hin zu einem selbst verändert sich alles bzw. wächst einfach weiter!!
    Wrestling aus dem Jahr 1983 würde heute gar nicht mehr funktionieren und Wrestling von 1995 auch nicht.


    Wer gerade an Zeiten anno 1998 bis 2002 denkt und das als bestes Zeitalter betitelt, hat wohl völlig ignoriert das davon das meiste gar nicht in Deutschland zu sehen war, da die WWF plötzlich die Ausstrahlung hierzulande unterbrach und auch jahrelang nicht gesendet hat. Auch deswegen finde ich die Attitude Ära der WWF heutzutage als absolut overrated und hirnrissig abgefeiert. Auch hat sie die WWE damit selbst keinen Gefallne getan, weil alles und jeder nur von diesen Zeiten spricht. Gerade weil dort viele Fans dazu kamen und einfach immer verbitterter werden, weil sie nicht in der Lage sind, das Produkt von heute aus heutiger Sicht auch zu betrachten.
    Jede Wrestlemania wird automatisch verglichen mit WM 17 oder 19, was allein schon der größte Schmarn ist.


    Das eigentliche Problem ist die Unfähigkeit, sich dem Produkt hinzugeben. LEIDER.
    Musiker entwickeln Songs und Arbeit über ihre Karriere weiter, Systeme und Taktiken sowie Regeln im Fußball entwickeln sich über die Jahrzehnte.
    Nur beim Wrestling ist Veränderung gleich Rückschritt und automatisch scheiße. Alles und jeder wird gefunden, nur um sich mal wieder aufzuregen.
    Man will "die WWE von früher zurück"......und bekommt 2012 überzogene Charakter aus den 90ern, siehe Ryback und Tensai.....und ZACK: auch scheiße. Man hat wieder einen richtig krassen Monster GM Hass Heel anno 1998......und ZACK: trotzdem scheiße. Man hat in Cena eine Kultfigur des neuen Jahrtausends, der wie Hogan in den 80ern die PPV finished und der Held der Kinder ist.....und zack: langweilig und scheiße.
    Vieles von früher haben wir wieder oder kommt immer mal wieder durch!!! Doch dann ist gerade das nicht zeitgemäß oder lächerlich.


    Was viele einfach nur wollen sind Blut, Sprünge von Käfigen, und Brüche im Ring........Glückwunsch an diese "Fans": Ihr habt gar nix verstanden.


    Ich für meinen Teil schaue gerne Wrestling aus allen Jahrgängen, vor allem die der WWE. Und freue mich einfach Raw von 1993 zu sehen und eben auch von 2012. Auch mich stören mal Charaktere oder sinnlose Storys. Aber wer WIRKLICH die Storys 1994-2000 mitbekommen hat, wird heute froh sein NICHT mehr die alte WWF sehen zu müssen ;)

  • Früher wars möglicherweise besser, aber auch andere Bedingungen. Allein die Konkurrenzsituation WWE vs. WCW war pures Gold. Beide gaben Gas, hatten hüben wie drüben großartige Talente, die die Narrenfreiheit weidlich ausnutzen wollten. Und kaum war diese Konkurrenzsituation weg, wurde es schwerer.


    Ab 2002 dann hatte es zum Glück insgesamt noch sehr viele exzellente Talente. Die ersten Einbußen gab es dann mit den Verlusten von Benoit und Guerrero. 2011 dann das Ende von Edge, die langen Verletzungspausen von Christian, Del Rio und einiger anderer, wodurch der Kader vor allem in der Spitze ausdünnte und vieles auch kurzfristig umgeschrieben werden musste.


    Ich denke, das man langsam den Turnover schafft. Man bringt gerade viele Talente rein, etabliert die Main-Event-Szene mehr. Es fehlen noch die vernünftigen Storylines, dann läuft es eigentlich wieder gut anbetracht dieser Schwierigkeiten.

  • XFG :
    Ein sehr schönes Thema! Dazu werde ich auch gleich mal meinen Senf dazu geben! :P


    Vor etwas mehr als einer Woche habe ich mit @scotthall1303: eine sehr schöne Diskussion darüber geführt. Lange Zeit habe ich mich auch immer sehr viel über die WWE beschwert. Unsere Diskussion hat auch mir etwas die Augen geöffnet und ich muss sagen, Scotty hat absolut recht!


    Die WWE gibt es seit 1952, aber stellvertretend für die WWE ist komischerweise bei den meisten Fans nur die Attide-Ära. Das sind aufgerundet gerade einmal fünf Jahre. Irgendwie absurd!


    Wie Scotty es schon angesprochen hat, ist die WWE eigentlich fast wie vor zwanzig Jahren. Sie ist PG, es gibt nahezu kein Blut und die Gimmicks sind bunt. Früher waren sie vielleicht noch etwas bunter. Deswegen sehe ich es auch nicht mehr so eng. Ich bin zwar immer noch kein richtiger Fan von PG, aber ich habe gelernt, es mal einfach hinzunehmen. Ich werde wohl auch nie ein großer Fan von PG werden. Das mag vielleicht daran liegen, dass ich Ende 2003 das Wrestling für mich entdeckt habe. Zu der Zeit war das Wrestling zwar auch noch sehr auf Erwachsene zugeschnitten, aber nicht mehr so krass wie zu Zeiten der Attitude-Ära. Was WWE angeht sind die Jahre 2002, 2003 und 2004. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass wenn ich die WWE 2009 für mich entdeckt hätte, ich dieses Jahr oder sie bis heute abfeiern würde. So war für mich das Jahr 2009 das schlechteste, was ich in in meiner Laufbahn als Wrestling-Fan in der WWE erlebt habe


    Obwohl ich mich mit der momentanen WWE wieder etwas besser anfreunden kann, denke ich mir trotzdem, dass es vor neun bis zehn Jahren unterhaltsamer war und sie rein theoretisch dieses Level erreichen kann, weil sie schon einmal auf diesem war. Aber man muss sich auch mal vor Augen halten, dass es die WWE nie wieder so geben wird, wie es sie gab. Die Zeit so wie in den 90ern wird es nie wieder geben. Genauso wenig wie die Attitude-Ära oder die Post-Attitude-Ära- Wie alles im Leben entwickelt sich auch die WWE weiter.


    Ja, ich habe auch viel negatives anzukreiden oder habe oft gemeckert, aber ich genieße trotzdem jede Weekly von der WWE, die ich schaue, auch wenn ich sie mies fand. Das mache ich aber, weil das Wrestling für mich eine große Leidenschaft ist, die WWE meine erste Anlaufstelle war und ich sie als Wrestling-Fan "liebe".


    Man könnte sagen, dass meine HOCHzeit als Wrestling-Fan seit 2009 bis heute in vollem Gange ist. Denn 2006 besuche ich Wrestling-Events und seit 2009 kann ich nun endlich alles schauen, was mir die WWE bietet.


    Edit: Ich möchte noch auf den Bezug mit den Kiddies eigehen...


    Hier könnte ich es am Bespiel von Musik am besten erklären. Es gibt Bands, die nicht Mainstream sind und einen gewissen Stil haben. Dann werden sie bekannter und Mainstream. Sie hören sich nicht mehr so an wie früher, weil sie Musik für die breite Masse spielen. Dem ein oder anderen gefällt das nicht mehr so, aber man kann es nicht ändern. Es ist auch völlig okay, wenn die Leute der "breiten Masse" die Band hören, denn sie sollen auch die Chance bekommen, neue Bands kennenzulernen. Aber wenn es dann einige Leute gibt, die nur die neue Musik haben - vielleicht nur ein paar Lieder - und sagen "Ich bin Fan!" fasse ich mir an den Kopf und sage: "Höre dir einmal alle Alben dieser Band an und bilde dir dann noch einmal eine Meinung! Wenn du dich mit der Band beschäftigst und dir die alten Lieder auch zusagen, dann kannst du sagen, dass du Fan bist!"


    Gut, das ist beim Wrestling etwas schwierig. Man kann unmöglich alles, was bis jetzt im Wrestling passiert ist nachholen.Aber man merkt es schon, ob es richtige Fans sind oder nur solche Leute, die Wrestling sporadisch schauen und sich dann nur aufspielen wollen.

  • Das ist ein interessanter Thema. Die Frage ist schwierig zu beantworten. Ich bin Anhänger von sog. Reality-Ära, welcher mit Monday Night Wars, besser, als Stone Cold Steve Austin Vince McMahon stunnerte, begann und mit dem Tod von Chris Benoit endete, jedenfalls meine Meinung.
    Ich selbst habe erst mit 2007 angefangen, Wrestling zu gucken, aber mir stand glücklicherweise ganze Folgen von Monday Night Wars und Attitude Era (und danach) zur Verfügung. Ich persönlich fand die Jahrtausendwende war die beste Zeit von WWF/WWE, weil der Programm sehr abwechslungsreich war. Um diese Zeit tummelte wahrlich hunderte von interessante Charaktern, von Benoit bis Undertaker.


    Weiterhin waren die Storylines einfach meinen Geschmack - sie waren auf Jugendliche zugeschnitten, also ganz meine Zeitgeist. Als dann Benoit starb und danach große Veränderungen hinsichtlich Wellness Policy, Sicherheitsmaßnahmen und PG-Ära passierte, da war es eigentlich Schluss. Denn nun wurde dieses Publikum auf Kinder zugeschnitten, was nun aber meinen Geschmack gar nicht trifft, denn die Stories wurde einfacher, wenn auch nicht unbedingt schlechter.
    Ich muss sogar zugeben, dass selbst in besten Zeiten auch jede Menge Crap produziert wurde. Damals gab es auch viele Stories, die einfach so aufgehört haben wie heute. Manchmal standen The Rock oder SCSA oft zu sehr im Mittelpunkt wie heute mit Cena.


    Aber warum finde ich die heutige WWE dann "schlecht"? Für mich hat WWE die Niveau geändert - ob für andere nach oben oder nach unten - und ich weigere mich, deren Niveau anzupassen.


    Es ist zwar schön, dass WWE in Sicherheiten der Worker sich sehr verbessert haben, aber es ist nicht mehr mein Geschmack. Und deshalb habe ich aufgehört, WWE zu verfolgen. Ich gönne andere Menschen, wenn sie es Spaß an derzeitigen WWE haben.


    @scotthall1303: Du hast zwar einige Argumente, die zwar ganz gut sind - toll! Aber du solltest vorsichtig sein mit dem Schubladendenken.
    Ich fand die Zeit damals besser, aber nicht weil ich Blut, Brüche und abartige Sprünge mochte -für mich waren sie eher eine Art Mittel. Die Motivatio lag vor allem in Storylines. Damals gab es komplizierte, wendungsreiche Verraten- /Freundschaft- /Liebe-Geschichten (auch wenn einige unlogisch waren). Nehmen wir als Beispiel die "Liebe" zwischen Daniel Bryan und AJ Lee. Das ist sowas von Grundschul-Techtelmechtel und hat absolut nix mit Erwachsenenliebe zu tun. Ist ja auch logisch, denn WWE ist für Kinder. AJ wurde als hilflose, hinderliche Geek gewesen, damals war es etwas anders. Da wäre eine Frau wirklich heimtückischer, dominanter und fieser.


    Außerdem, wie indirekt angedeutet, halte ich nach wie vor falsch, dass Wrestling auf Kinder zugeschnitten sein sollte. Wrestling stellt viele Gewalttaten dar, ob Schauspielerei oder nicht. Und das ist eben nix für Kinder. Das ist auch meine Grundmeinung, und das hat zu oben genannte Gründe geführt. Natürlich, auch in FSK-12 Filme gibt es viele Gewalttäte, aber ganz anderes Moral als im Wrestling.


    WWE ist für mich einfahc anders geworden. Und deswegen werde ich meinen Geschmack oder Niveau nicht ändern.

  • RatedCM :
    :D , ja, man muss nur mal etliche Stunden am Stück skypen und schon werden die Augen geöffnet ^^


    @Hellknight:
    Ich habe mal bewusst provokant geschrieben. Natürlich ist mein Text in Bezug auf Fans der Attitude Ära ziemliche Schublade. Aber dennoch hochprozentig stellvertretend, denke ich.


    Wie gesagt ist das Einlassen auf das heutige Produkt eigentlich Grundvorraussetzung, um weiterhin Spaß zu haben. Ich zB kann das mit mir und TNA aufzeigen.
    Seit Beginn verfolge ich TNA. Ob über die Power Wrestling oder später über Eurosport und dann Sky/Premiere. Immer habe ich eine Leidenschaft fürs Produkt gehabt und mich angepasst. Bis Mitte 2011. Da gings einfach nicht mehr. Für mich hatte sich TNA grundlegend geändert und ich war nicht bereit, dies anzunehmen und habe daher aufgehört TNA zu schauen.
    Das Problem ist aber, dass ich zu sehr Fan des Sports bin und immer wieder darauf zurück komme, wenn ich es im TV genießen kann. Also habe ich mich langsam (nur die PPV gucken) wieder rangetraut und schau nun aktuell wieder mit Freude alles.
    TNA 2012 hat sich KOMPLETT vom Produkt TNA 2002 getrennt. Nichts ist wie es war. Und manchmal ist es schwer, sich damit auch zufrieden zu geben. Entweder man entfernt sich dann der Liga oder man hat einfach Spaß dran. Aber warum ansehen, wenn man die ganze Zeit nur meckert oder am Besten noch vorspult, weil einem das Meiste nicht mal interessiert?


    Ich selber finde zu jedem Jahr, seit ich Wrestling schaue ( 1989) , positives und negatives. Aber ich bleibe einfach bei der Meinung, man sollte positives aus dem Jahr 1992 nicht mit positivem aus dem Jahr 2006 usw. usw. vergleichen. Oder Schlimmer: positives aus 2000 mit negativem aus 20120 vergleichen :D Es macht einfach keinen Sinn.
    Die Menschen haben die Angewohntheit, sich einfach an die guten Sachen von früher zu erinnern und die schlechten einfach zu verdrängen.
    1997-1999 hatte die WWE vielleicht die besten, geilsten oder lustigsten Storys, aber auf Garantie auch mit die schlimmsten, fremdschämensten und übertriebensten Charaktere oder Storys am Start gehabt.



    Ich glaube zudem, dass gerade die Tragödie um Owen Harts Tod viel verändert hat in der WWF. Wer weiß was man sonst noch gezeigt hätte. Auch das Drama um Benoit hat viel Elan genommen. Vielleicht auch zurecht, kann man sehen wie man will.


    Dennoch: Ich bin 7 Jahre alt gewesen als ich zum Wrestling gucken kam, sah in meiner Kiddie Zeit Dinge wie Bastion Booger und Doink sowie Roddy Piper und Mr. Perfect. Heute bin ich 30 und freue mich über Santino Marella, Brodus Clay sowie CM Punk und Daniel Bryan.....und würde Santino nie mit Doink vergleichen :D