WrestlingCorner-Kolumne: WWE in Suspendierlaune

Veröffentlicht am 1. Februar 2020 um 21:28 Uhr von Vincent Hummel in der Kategorie: Kolumnen.
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Es liegt wieder eine ereignisreiche Woche hinter uns Wrestling Fans. Zumindest für die, die über den Tellerrand schauen. Und wieder einmal ist der Marktführer das Thema. Wer auch sonst? Die WWE legt diese Woche großen Wert auf Suspendierungen und wir interessieren uns…

Wenn in China ein mittelständiger Arbeitnehmer aufgrund eines Verstoßes gegen das Arbeitergesetz suspendiert wird, dann interessiert uns das genauso, wie wenn wir täglich kleine Tiere beim Spaziergang zertreten.
Doch wenn es um Unternehmen geht, die teilweise eine zu große Medienaufmerksamkeit genießen, wird daraus ein riesengroßer Nachrichtenpool.

So wie auch diese Woche, als die WWE in Suspendierungslaune war. Zuerst traf es den geschätzten Mexikaner Andrade, der die Wellness Policy nicht beachtete. Dann traf es zwei hochrangige Mitarbeiter, die maßgeblichen Einfluss auf die finanziellen Umstände der WWE hatten. Dabei kann man hier eigentlich von einer Entlassung reden.

Jetzt frage ich mich natürlich, was diese beiden „Suspendierungen“ gemeinsam haben? Auf der einen Seite war es ein Verstoß. Und auf der anderen Seite war es ein Überweisungsfehler, der in einer derartigen Größe war, dass nichts anderes half? Vermutlich nicht. Doch ist es die Schuld der Finanzmitarbeiter, wenn die Zahlen sich verschlechtern?

Man hört es ja an jeder Ecke. Die Zuschauerzahlen haben sich stabilisiert, die Zuschauerzahlen sind gefallen. Der Umsatz ist gestiegen, der Umsatz ist gefallen. Wenn ich jetzt hinter jedem „gefallen“ die Schuld dieser beiden Mitarbeiter setze, wäre ich wahrscheinlich genau so weit wie die WWE.

Doch ist nicht Schuld bekanntlich ein Energiedieb? Gerade die Energie, die WWE braucht, um wieder an alte Zahlen und Zeiten anzuknüpfen. Vermutlich sind sich Geschäftsführung und Marketing nicht einig. Oder man kompensiert die Stärke des Marketing mit der Schwäche der Geschäftsführung.

Darüber zu philosophieren scheint als Außenstehender schwierig zu sein, aber dennoch macht man sich darüber Gedanken. In jedem Falle waren die Entscheidungen mit Begründungen versehen, die sie zwanghaft dazu veranlasst haben, zu tun, was nötig war.

Wenn man alles zusammenrechnet komme ich nur auf eine Frage. Ist der Verkauf schlecht, ist auch der Finanzverwalter schlecht? Es kann keinen Zusammenhang geben. Denn jeder hat in so einem großen Unternehmen verschiedene Bereiche zu leiten. Und so müsste man bei jedem Abwärtstrend auch Jeden suspendieren, der dieses Unternehmen in gewissen Bereichen führt. Dann wäre man quasi bei Null und könnte schlussendlich von Neuem anfangen. Wie im Fußball, wo die Trainerwechsel auch gleichzeitig den Umbruch einleiten. Sollte man zumindest meinen. Gerade dort ist es unheimlich schwierig, sich als neuer Trainer zu etablieren, gerade weil vorher alles auf einen Anderen abgestimmt war. Und so ist es auch im Wrestling. Neue Mitarbeiter bedeuten nicht gleich bessere Zeiten. Und nach historischen Erkenntnissen müsste es ja eigentlich bei WWE heißen: „Altes währt am längsten.“ Ich gebe Euch nur zwei Schlagwörter: „Attitude Era, Alumni.“

Aber wir werden natürlich alle eines Besseren belehrt. Ganz sicher. Die WWE wird sich immer wieder zurück kämpfen. Doch wenn es mal nicht so läuft, gibt es ja die WWE Formel, auf Altes (Bewährtes) zurückzugreifen. Also liebe suspendierten oder entlassenen Mitarbeiter – haltet euch bereit!

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