WrestlingCorner-Kolumne: Verletzungswelle bei WWE

Veröffentlicht am 23. Februar 2020 um 22:57 Uhr von Vincent Hummel in der Kategorie: Kolumnen.
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In dieser Woche haben die News vom Marktführer wieder alle Anderen in den Schatten gestellt.
Doch dieses Mal waren es nicht die alltägliche Nachrichten, wie Neuverpflichtungen, Vorschauen, etc.
Nein, es ging um Verletzungen der Superstars, die gerade in dieser Woche eine große Anzahl darstellten.

Eine Nachricht überschattete die Nächste. Was vor einigen Monaten begann, zieht sich bis jetzt in einem wirklich essentiellen Ausmaß.

Zunächst kam die Nachricht von Samoa Joe, der sich erneut am Kopf verletzt hatte. Dieser fiel erst vor einigen Wochen, aufgrund einer Gehirnerschütterung aus, kehrte vor einer Woche bei einem WWE “Live Event” zurück und gerade jetzt erwischte es ihn bei einem Werbedreh. Sowas würde man im Volksmund „bitter“ nennen…

Es erschließt sich natürlich, dass die WWE das gut kompensieren kann. Dennoch ist der Zeitpunkt mehr als unglücklich, denn die Fehde rundum Samoa Joe und Kevin Owens (gegen die Welt) hatte bis zuletzt ein gutes Résumé.

Zum Zweiten erwischte es zwei NXT UK Superstars: Tyler Bate und Austin Theory.

Auch hier gibt es sicherlich gute Kompensationen, allerdings sind beide wiederum in wichtige Storylines verwickelt.
Man kann davon ausgehen, dass man mit Theory bald wieder rechnen kann, da jener nur eine Rückenprellung erlitt.
Bei Bate ist es bis jetzt noch nicht genau geklärt, wann er vollständig genesen zurückkehrt.
Auf die Verletzung von Lio Rush kommen ich später zu sprechen.

Worauf dieser Bericht eigentlich hinausgehen soll, ist die Kompensationsstrategie, sowie der Blick auf die Indy-Ligen.

WWE hat natürlich ein fast schon überfülltes Roster. Der Ausfall von 4-5 Wrestlern, die man so gesehen mit anderen austauschen könnte, wäre bei einer Indy-Liga ein unvorstellbares Szenario.

Die WWE kann sich, wie immer schon, neue Storylines ausdenken und die Ausfälle mit Wrestlern kompensieren, die guten Bezug zum „alleingelassenen“ gesunden Wrestler haben. Im Falle von Samoa Joe, würde sich für Kevin Owens ein Team Partner im Face-Schema als Kompensierung eignen, der einen Bezug zu den anderen Heels hat.

Doch gerade in Indy-Ligen, die mit ihren Rostern sehr knapp besetzt sind würde es, wenn sie nicht, wie im Falle von ROH, eine Partnerschaft mit anderen Promotions haben, fatale Folgen darstellen.

Die Kompensation könnte möglicherweise nicht stattfinden, d.h. die Storyline muss de-facto verworfen werden.
Das macht wiederum ein anstehendes Großereignis für viele Leute uninteressant.

Man sah es am Beispiel wXw. Die größte deutsche Wrestling-Liga musste letztes Jahr bei ihrer „World Tag League“ einige Ausfälle kompensieren. Da die Zeitpunkte der Verletzung recht kurzfristig kamen, hatte man wenig Möglichkeiten in der kurzen Zeit gerechten Ersatz zu finden.
Folge: Die Kritiken haben getobt und man
bekam einige Zuschauer weniger.

Nun steht bei wXw das größte Wrestling Turnier in Europa an. Das „16 Carat Gold Tournament“. Hier wurde bekanntlich Lio Rush verpflichtet. Ein großer Name für wXw. Dieser hatte sich jedoch auch verletzt.
Der Marktführer sieht, ganz banal gesagt, darüber hinweg und wird ihn mit einem anderen Wrestler gerecht ersetzen.
Für wXw und deren Fans war dieser Wrestler ein Anreiz. Ein Anreiz, sich eine Karte zu kaufen und so jemanden live zu sehen.

Sie werden sicherlich den Zusammenhang erkennen, worauf ich hinauswill.
Kauft man sich eine Karte bei WWE, dann hat man gefühlt 100 Stars, von denen alle gleichwertig ersetzt werden könnten. Die Kritik hält sich klein, man ist höchstens enttäuscht.

Doch bei Ligen wie wXw ist es entscheidend diese Leute für die Events zu halten. Gerade weil die Ausfalldauer von Rush auch unbekannt ist, sitzt man nun auf heißen Kohlen.
Man muss einen Backup im Hinterkopf haben. Natürlich haben sie einen, aber durch diese Unklarheit ist man nun sehr unruhig geworden.

Wenn wir auf die Tag League von wXw zurückblicken, war ein Ausfall der Auslöser einer Kettenreaktion.
Wir hoffen mal alle, dass dies nicht nun wieder geschehen wird.

Doch zum Glück können wir bei wXw von einem Trumpf sprechen, der ihnen eine Kompensation vereinfachen wird. Denn es scheint ja im weitesten Sinne eine Partnerschaft mit WWE zu geben.

Doch eines hat uns die Vergangenheit von wXw gelehrt. Wo damas noch WALTER als Regular für die Events bekannt gegeben wurde, ist er, durch seinen NXT UK Vetrag heute ein „großer Name“ und gerne eine “Überraschung”.

Die wXw Fans sehen das jedoch anders. Sie sehen „ihren“ WALTER als „ihren“ Standard, ein Heimatbesuch eben.

Wenn also wXw kompensieren muss, reicht das nicht mit Altstars. Denn diese sehen viele noch als den Altstandard.

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